20. Dezember 2020

Courtside mit ... Leo Finck

Warum kann Basketball so begeistern? Darüber sprechen wir heute mit unserem 1.-Herren-Spieler Leo Finck, gerade mal 25 Jahre jung. Doch die Halle ist schon lange sein zweites Zuhause.

Der Drive zum Korb ist da, er ist einfach da. Leo Finck fordert seine Gegner stark heraus. Immer. Auch mit seinen Dreiern. Diese gefährlichen Dreier. Leo, der am liebsten und eigentlich fast immer als Power Forward das Feld rockt,  nimmt diese Würfe, wann immer er auch nur für Bruchteile von Sekunden mal nicht (ausreichend) verteidigt wird. 

Aber fangen wir mal von vorne an.

2005, im Alter von zehn Jahren, tritt Klein-Leo dem WSV bei und spielt anfangs noch Fußball und Basketball parallel. Aber - wen wundert's - schnell wird klar, dass Basketball der einzig wahre Sport für ihn ist. Also mischt er die U10 basketballerisch ordentlich auf, ebenso die U12 und U14, bevor er dann 2008 auch zum Kader der Hamburger Auswahl gehört.

Bereits mit 16 Jahren, seit 2011, bereichert der 1,96 m große Basketballer mit seiner unverbauten und zielführenden Spielweise das Team der 1. Herren, damals mit Achim Richter als Coach. 
In der Saison 2011/2012 spielte er im NBBL-Team der Sharks Hamburg/Bramfeld und verpasste dort nur knapp die Qualifikation. Parallel spielte Leo von 2011 bis 2013 in der M18. 2013 konnte sich das Walddörfer Gymnasium glücklich schätzen, den talentierten und ehrgeizigen  Spieler im Team zu haben - denn die Schule gewann mit ihm die Hamburger Schulmeisterschaft. In der Saison 2017/18 trainiert er die Jungs der U14.
2018 folgte der Aufstieg mit den 1. Herren in die 2. Regionalliga - seitdem brilliert er auch dort als Topscorer.

Wann wurde Dir klar, dass Basketball der beste Sport ever für Dich ist?

Relativ früh. Ich begann im WSV mit Fußball und Basketball zur selben Zeit. Meine Größe wusste ich deutlich besser im Basketball zu nutzen. Seit vielen Jahren hat Basketball einen festen Platz in meinem Leben und ist da nicht mehr wegzudenken.

Du bist Topscorer der Regionalliga und stehst - schon seit Jahren - regelmäßig im Fokus anderer, zum Teil hochklassiger spielender Vereine. Trotzdem bist Du am Ende immer dem WSV treu geblieben. Was hält Dich bei uns?

Das Team. Die Spieler. Die Trainer. Die Fans. Die Stimmung. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Ich glaube, das ist im Walddörfer SV etwas Einzigartiges!

Du bist der „Publikumsliebling“ des WSV: Nimmst Du das überhaupt wahr? Und wenn ja, beflügelt Dich das (noch mehr)?

Hmmh, bewusst nicht, nein. Aber natürlich pusht einen die Stimmung, die volle Halle. Das motiviert mich persönlich und das Team auch. Ich versuche mich auf dem Parkett auf mich und unser Spiel zu fokussieren, bin im Tunnel. Versuche, mich weder negativ noch positiv zu sehr ablenken zu lassen. Aber ich freue mich sehr auf jedes Heimspiel vor unseren Zuschauern und Fans.

Wie stellst Du Dir Deine Basketballzukunft vor?

Ein kleiner Traum ist mit dem erneuten Aufstieg in die Regionalliga in Erfüllung gegangen. In der Zukunft würde ich gerne noch einen Aufstieg miterleben. Generell möchte ich möglichst lange auf höherem Niveau spielen und dabei den Spaß nicht aus den Augen verlieren.

Wie sähe ein Leben ohne Basketball für Dich aus ...?

Schwierige Frage. Basketball hat und gibt mir viel. Der Ausgleich zum Job, das Teamgefühl, langjährige Freundschaften. Es gibt kaum etwas, in dem ich einen so großen Ehrgeiz entwickle wie beim Basketball. Ich glaube, so eine Leidenschaft müsste ich ohne Basketball erst einmal finden…

Leo ist nicht nur im dritten Jahr wieder bester Werfer der 2. Regionalliga, weil er ein goldenes Händchen auf allen Positionen hat, sondern weil er weiß, dass man immer wieder beharrlich die Grundschule trainieren muss, und weil er weiß, dass er nicht nur die Mannschaft trägt, sondern die Mannschaft auch ihn.

Helmut Richter, Trainer der 1. Herren