Unser Inklusionssportkurs probiert Klettern aus
Ein besonderes Sporterlebnis erwartete die Teilnehmenden unseres Inklusionssportkurses in der vergangenen Woche: Acht Sportler*innen nutzten die Gelegenheit, unsere Kletterwand auszuprobieren.
Möglich wurde das Schnupperangebot durch eine kurze Pause zwischen zwei Kletterworkshops. Während der vorherige Workshop bereits beendet war und der neue Workshop erst in dieser Woche startet, öffneten die Klettertrainer*innen die Halle für unseren Inklusionssportkurs.
Nach dem Anlegen der Klettergurte, bei dem die Trainer tatkräftig unterstützten, gab Klettertrainer Tobias eine kurze Einführung in die wichtigsten Verhaltensregeln an der Wand: „Klettern ist kein Wettkampf. Lasst euch Zeit. Jeder ist bei sich und guckt auf sich. Wir sind da und helfen. Ihr könnt nicht herunterfallen oder abstürzen. Wir sind da!“
Besonders praktisch: Die Sicherungsseile mussten nicht mit den Gurten verknotet werden, sondern wurden mithilfe eines Karabiners eingehängt. So konnten die Teilnehmenden schnell ihre ersten Kletterversuche starten.
An den fünf Kletterwänden wurde fleißig geklettert. Dank der vier anwesenden Klettertrainer*innen kamen alle Sportlerinnen und Sportler sehr häufig zum Zug. Manche so oft, dass sie auf die Frage, ob sie noch einmal an die Wand möchten, lachend antworteten: „Tobias, ich mache erstmal eine Pause. Meine Muskeln sind erschöpft.“
Die Freude am Klettern und die Motivation, möglichst weit nach oben zu kommen, waren bei allen deutlich zu spüren. Für einige Teilnehmende stellte die Koordination von Händen, Armen, Füßen und Beinen aufgrund körperlicher Einschränkungen eine besondere Herausforderung dar. Um den Einstieg zu erleichtern, wurde nicht nach den üblichen Farben geklettert. Stattdessen durfte jede und jeder die Griffe und Tritte nutzen, die gerade erreichbar waren. Von unten gaben die Trainer:innen hilfreiche Tipps zu günstigen Griffen und Tritten, um den nächsten Zug zu schaffen.
Besonders beeindruckend war die Erfahrung eines Teilnehmers, der sich verbal nicht ausdrücken kann und deshalb bei Team- oder Ballsportarten häufig benachteiligt ist. Beim Klettern spielte seine Behinderung jedoch kaum eine Rolle. Schon bei den ersten Versuchen bewegte er sich sicher und zügig an der Wand nach oben und zeigte eindrucksvoll, dass er hier seine Sportart gefunden haben könnte.
Im Laufe des Nachmittags wurden alle fünf Wände ausprobiert. Schnell entwickelten die Teilnehmenden ihre persönlichen Favoriten. Als besonders herausfordernd galten die nach vorne geneigten Wände. Hier fehlte oft nur etwas Armkraft, die im regelmäßigen Klettertraining unter anderem durch Zirkeltraining weiter aufgebaut werden kann.
Am Ende der Veranstaltung war die Begeisterung groß. Strahlende Gesichter beim Ablegen der Klettergurte und die Frage „... und welche Sportart probieren wir als nächstes aus?“ zeigten deutlich, wie gut das Angebot angekommen ist.
Dass die Zeit wie im Flug verging, brachte eine Teilnehmerin treffend auf den Punkt: „Tobias, es ist schon 18:30 Uhr, eigentlich ist unser Inklusionssportkurs schon zu Ende.“
Ein schöneres Kompliment kann es für eine gelungene Schnupperstunde kaum geben. Wir freuen uns schon auf das nächste gemeinsame Sportabenteuer.