18. Januar 2021

Courtside ... mit Verena Niezgodka-Seemann

So ein hallenloses Leben wie im Moment hat Verena Niezgodka-Seemann noch nie gehabt. Diese Gelegenheit nutzen wir und befragen sie nach den Leidenschaften ihres Lebens: Halle, Ball, Dreier versenken.

Hat ein Leben ohne Basketball überhaupt einen Sinn? Eine Frage, die wir bei "Courtside" diesmal Verena Niezgodka-Seemann stellen. Aber bei ihr scheint uns die Frage bestens aufgehoben - denn bereits seit 44 Jahren dreht sich ein Großteil ihres Lebens um Basketball, und das beinahe ohne Unterbrechung.
1977 nämlich, im Alter von 10 Jahren, hatte sie bereits ihre ersten Berührungspunkte mit dem WSV.  Sie spielte dort zunächst 11 Jahre, angefangen von der C-Jugend bis hin zur 2. Bundesliga. 1988 dann wechselte die 1,76 m große Flügelspielerin zum TuS Alstertal und mischte dort bis 1991 in der 1. und 2. Regionalliga mit. 1. Regio und 2. Bundesliga bestimmten die folgenden vier Jahre beim Ahrensburger TSV; es schlossen sich sieben Jahre bei BC Johanneum an, wo Verena ihr Team in Oberliga und 2. Regionalliga nach vorne brachte.

2004 schließlich back to the roots: Verena stieg wieder beim WSV ein - um nach all den bewegten Basketball-Jahren mal in Ruhe mit einem Training pro Woche Basketball spielen zu können. Als Spielerin in Oberliga und 2. Regionalliga war sie auch hier tragende Säule ihres Teams. Noch heute spielt sie bei den 1. Damen in der Oberliga. Überdies nimmt sie jede Seniorenmeisterschaft - Deutsche Meisterschaft, Europäische Meisterschaft und natürlich auch Weltmeisterschaft - mit, die stattfindet. Und damit nicht genug: Seit 2008 unterstützt Verena den Abteilungsvorstand als Kassenwartin, kümmert sich um Sponsoring - und leitet schließlich seit 2017 die Geschicke unserer Abteilung. Dort bewegt sie so einiges - aber am liebsten immer noch den Ball übers Feld und  ins Netz, wo er schließlich ja auch hingehört. Und von jeher übrigens mit "ihrer" Glückszahl-Trikotnummer 7. Ihre Lieblingsposition? Bis heute: Flügel/Forward und gerne auch mal Post, wenn auf der Position gerade sonst niemand da ist. Ach ja, und wenn sie sonst nichts anderes zu tun hat, trainiert sie auch noch Mannschaften, Mädchenteams (U14) und Damen. Familie? Ach so, passt, ist ja auch meistens in der Halle. Freizeit? Ist doch Basketball! Beruf? Das Familienunternehmen Niezgodka - na klar, da arbeitet sie .... "nebenbei" in Vollzeit ... versteht sich ...  natürlich auch noch.

Wann hattest Du zum ersten Mal einen Basketball in der Hand - und wann wurde Dir klar, dass Du ihn nie wieder (freiwillig) aus der Hand geben würdest?

1977, nachdem mein erster Trainer, Jens Holtkötter, durch die Schulklassen ging, um für den Basketballsport zu werben. Über das „aus der Hand geben“ habe ich nie so richtig nachgedacht. Heute sehe ich es so: Ich würde den Ball wohl erst dann nur noch angucken, wenn ich verletzungsbedingt nicht mehr auflaufen kann oder Familie und Freunde mir signalisieren würden, es sei nun definitiv zuviel des Guten.

Welches Basketball-Erlebnis gehört zu Deinen besten Erfahrungen?

Puh, schwer zu sagen. Ich denke, es war die Saison in der 2. Bundesliga mit meinem Team beim WSV. Ein prägendes Erlebnis für mich war aber auch die zweifache Deutsche Meisterschaft 2017, wo wir mit den Seniorinnen sowohl für Ü45 wie auch Ü50 den Meistertitel geholt haben. Mit den Seniorinnen bei den Europa- und Weltmeisterschaften dabei gewesen zu sein, bleibt für mich aber auch unvergessen.

Du engagierst Dich seit Jahren sehr für den WSV. Was macht den Verein für Dich aus?

Zunächst: Volksdorf ist meine Heimat. Ich habe hier langjährige Kontakte und Freundschaften, besonders auch im Verein, die ich pflege. Und last but not least ist die es die gute Zusammenarbeit in unserer Abteilung und mit dem Vorstand des WSV.

Seit 44 Jahren bist Du aktive Spielerin, seit 10 Jahren auch Trainerin. Was ist für Dich das Wesentliche an diesem Sport, das es sich unbedingt weiterzugeben lohnt?

Dass Basketball die beste Mannschaftssportart der Welt ist.

 

Wie sähe ein Leben ohne Basketball für Dich aus ...?

Geht das?! ... Selbst wenn ich nicht mehr aktiv spielen könnte, wäre ich bestimmt noch in irgendeinem Amt oder zumindest als Zuschauer in den Hallen unterwegs. Aber auch ganz ohne Basketball hätte ich keine Langeweile! Denn dann würde ich mich anderen Hobbys widmen - Kultur, Reisen, Fotografieren und Ausschlafen. All das ist in den letzten Jahren ein wenig zu kurz gekommen ...