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18. November 2021

DFBL-Bericht zum Faustball im Walddörfer SV

Am 18.11.2021 berichtet die DFBL über das Faustball-Team des Walddörfer SV, das mit viel Engagement mehr Kinder und Jugendliche in den Walddörfern für Faustball begeistern möchte.

Bereits seit 1945 wird im Walddörfer SV Faustball betrieben. Die Abteilung bestand zunächst aus vielen Lehrern der Schulen vor Ort und selbst der Schulleiter und Hausmeister spielten Faustball. Die Faustball-Abteilung umfasste zeitweilig bis zu 30 Spielerinnen und Spieler – es gab zudem auch mal ein Jugendteam beim WSV.

Heute spielt der Verein in der Verbandsliga Hamburg und dienstältester Spieler ist Abteilungsleiter Helmut „Mücke“ Peters, der seit fast 70 Jahren im Verein dabei ist. Der Walddörfer SV konnte in der Vergangenheit Hamburger Meister werden und hat erfolgreich an einigen Turnieren teilgenommen. Von den aktuellen Spielern haben zwei Faustballer immerhin Erstliga-Erfahrungen: Romy Rösner spielte von 1998 – 2004 beim ESV Dresden in der Ersten und Zweiten Bundesliga. Auch Axel Elsner konnte neben der Teilnahme an diversen DDR-Meisterschaften als Jugendlicher mit dem Güstrower SC von 1996 bis 2017 in der Ersten und Zweiten Liga spielen.

Die Organisation für den Faustball beim Walddörfer SV übernehmen Helmut Peters, Axel Elsner und Hartmut Klaproth gemeinsam. „Im Grunde war der Faustball im Walddörfer SV (so wie in Hamburg generell) praktisch tot. Es fanden sich kaum noch genug Spieler, um einen Trainingsbetrieb aufrecht zu halten und wegen der Altersstruktur nahm die Anzahl der Spieler auch immer weiter ab. Angeregt durch Claus Ehlbeck und seine Erfolge mit den Refugees beim ETV und den Zugang von „neuen“ Spielern mit Erstliga-Erfahrung haben wir uns zusammengesetzt und beratschlagt, was man tun kann. Während der Corona-Pandemie haben wir uns an den Hygieneregeln des Vereins orientiert und langsam wieder begonnen.“ erläutert Hartmut Klaproth die Situation der Sportart Faustball beim Walddörfer SV.

Zunächst hat das Team eine Gruppe auf Facebook angelegt und seine Webseite bearbeitet. Die Grundlage für den Start zur Werbung neuer Mitglieder war also gelegt und die Verantwortlichen der Abteilung konnten nun auch den Verein um Hilfe bitten:

„Wir sind dann an den Verein herangetreten, der über einen Integrationsbeauftragten sowie eine Schulkoordinatorin verfügt. Zunächst haben wir eine Initiative in einer Wohnunterkunft für Geflüchtete im eigenen Stadtteil gestartet. Dort konnten wir erste Erfolge bei den Kindern und Jugendlichen erzielen und eine Schnupperstunde sowie eine erste reguläre Trainingseinheit veranstalten. Leider hat uns hier die zweite Coronawelle abrupt gestoppt und wir mussten die Initiative abbrechen. Nachdem im Sommer 2021 abzusehen war, dass die Corona-Einschränkungen allmählich gelockert werden, konnten wir mit der Unterstützung des Vereins erste Kontakte zu Schulen in der näheren Umgebung herstellen. Das Gymnasium Ohlstedt zeigte sich sehr angetan von der Idee, Faustball als AG in der Nachmittagsbetreuung anzubieten. Insbesondere das Video vom WM-Finale 2011 sowie die beiden Image-Trailer von der DFBL haben hier das Eis gebrochen. Daraufhin wurde eine Schnupperstunde angeboten und entgegen unseren Befürchtungen kamen einige SchülerInnen, um Faustball einmal auszuprobieren. Mittlerweile ist daraus ein ständiges Angebot entstanden, das von immerhin 5 bis 8 SchülerInnen der Klassenstufe 5 und 6 angenommen wird. Die Begeisterung einiger dieser Teilnehmer macht Mut für mehr. In der Halle findet anschließend ein Sportkurs der Sekundarstufe II statt. Der Lehrer zeigte sich begeistert vom Faustball und gemeinsam mit uns führt er jetzt eine Einheit Faustball durch (etwa 6 Doppelstunden). Zusätzlich bieten wir jetzt auch eine AG für Ballspiele an der Stadtteilschule Walddörfer an, die von mehr als 10 Kindern der zweiten Klassen besucht wird. Hier sollen nach und nach Faustballelemente aufgenommen und so die Begeisterung für Faustball geweckt werden. Wir hatten bereits einige Kinder beim Training, aber eine Integration in das Training der Erwachsenen ist problematisch. Wir haben interessierte Jugendliche, auch aus den AGs an den Schulen können noch einige hinzukommen. Aber im Moment haben wir keine Kinder / Jugendlichen im Vereins-Training. Wir betrachten es daher schon als Erfolg, dass wir die AGs installieren konnten.“ fasst Hartmut Klaproth die Aktionen zur Mitgliedergewinnung zusammen.

Doch nicht nur in den Schulen ist der Verein aktiv, auch einen eigenen Faustball-Platz kann das Team dank hoher Eigeninitiative inzwischen aufweisen:

In der Allmende Wulfsdorf gab es einen völlig verwahrlosten Sportplatz, auf den die Walddörfer durch Mitspieler Volker Andresen, der dort wohnt, aufmerksam gemacht wurden.  Unter seiner Federführung konnte der Platz durch die Faustballer des Walddörfer SV im Jahr 2020 wieder hergerichtet werden. Das Training auf diesem Platz fand viel positives Feedback der Anwohner, die selbst auch mal Faustball ausprobieren konnten – doch Corona bremste diese Entwicklung leider. Mittlerweile wird diese Eigeninitiative auch vom Verein finanziell gefördert, sodass die Faustballer des Walddörfer SV ihren Platz nahezu unbegrenzt nutzen können.

Um Werbung für Faustball zu machen, hängen Plakate in den vereinseigenen Schaukästen aus und Flyer sowie eine Anzeige auf eBay Kleinanzeigen für Faustball sind in Arbeit. Zudem richtet der Walddörfer SV zwei Verbandsliga-Spieltage aus und hofft dadurch Anwohner auf die Sportart aufmerksam zu machen.

Den Kontakt zu den Wohnunterkünften für Geflüchtete möchten die Verantwortlichen, sobald es die Corona-Lage wieder zulässt, auch wieder angehen und ein Saisonvorbereitungs – oder Saisonabschlussturnier auf dem eigenen Faustball-Platz ist geplant.

Für den Jugendbereich hat der Verein auch schon Ideen: „Wir wollen Kinder und Jugendliche in unser Training bringen und in Zukunft mindestens ein Jugend-Team für die Meisterschaft melden. Langfristig haben wir den Ehrgeiz, ein schlagkräftiges Team zu bilden, dass in Hamburg vorne mitspielen und sich eventuell für höhere Spielklassen qualifizieren kann.“

Der Walddörfer SV steht noch ganz am Anfang für eine Verbreitung der Sportart Faustball in Hamburg – doch die ersten Initiativen können sich schon durchaus sehen lassen und man darf gespannt sein, wohin es für den sympathischen Verein aus dem Nordosten Hamburgs gehen wird.

Originalbericht DFBL