Stolz und Vorurteil - Open Air in Volksdorf
Anfang Mai fanden die Vorstellungen von Stolz und Vorurteil als Theaterspaziergänge in Volksdorf statt - ein toller Erfolg!
Die Jugendtheatergruppe des Walddörfer SV hat mit ihrer besonderen Inszenierung von „Stolz und Vorurteil“ ein kulturelles Ereignis geschaffen, das in Volksdorf noch lange nachhallen wird.
Die Nachfrage war überwältigend – alle Vorstellungen waren ausverkauft – und das Publikum zeigte sich begeistert von einem Format, das Kreativität, junge Spielfreude und historische Schauplätze auf einzigartige Weise verband.
Ein Theaterspaziergang, der Volksdorf in eine Bühne verwandelte
Das Konzept des Theaterspaziergangs führte die Zuschauerinnen und Zuschauer durch das Museumsdorf Volksdorf, die Ohlendorff’sche Villa und zurück ins Museumsdorf. Die historischen Orte, das milde Frühlingswetter und die lebendige Naturkulisse ließen Jane Austens Welt atmosphärisch dicht und unmittelbar erfahrbar werden.
Das Publikum war nicht nur Beobachter, sondern Teil einer bewegten, lebendigen Erzählung – ein Format, das in Volksdorf erstmals in dieser Form umgesetzt wurde und sofort überzeugte.
Junge Darstellerinnen und Darsteller mit beeindruckender Reife
Besonders im Mittelpunkt standen die Jugendlichen selbst. Mit großer Bühnenpräsenz, Spielfreude und erstaunlicher Textsicherheit trugen sie die Inszenierung über mehrere Schauplätze hinweg.
Sie spielten humorvoll, berührend, präzise – und zeigten eine Reife, die man in diesem Alter nicht selbstverständlich erwarten kann. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer äußerten nach den Vorstellungen, wie beeindruckt sie von der Professionalität und Ausdruckskraft des Ensembles waren.
Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, als die Jugendlichen nicht nur klassische Dialoge bewältigten, sondern sich auch flexibel auf wechselnde Räume, Publikumssituationen und Wege einstellen mussten.
Kreativer Impulsgeber: Theaterpädagoge Peter McMahon
Ein wesentlicher Motor des Erfolgs war die künstlerische Leitung durch den Theaterpädagogen Peter McMahon.
Mit viel Erfahrung, Gespür für junge Talente und einem sicheren Blick für Dramaturgie entwickelte er eine kluge, moderne Textfassung, ein bewegtes, publikumsnahes Inszenierungskonzept und zahlreiche kreative Ideen, die den Klassiker frisch und zugänglich machten.
Seine Arbeit verband pädagogische Förderung mit künstlerischem Anspruch – ein Zusammenspiel, das die Jugendlichen sichtbar wachsen ließ und der Inszenierung ihren besonderen Charakter verlieh.
Gelungene Zusammenarbeit Volksdorfer Institutionen
Die Produktion profitierte von einer außergewöhnlich guten Zusammenarbeit zwischen dem Walddörfer Sportverein, dem Museumsdorf Volksdorf und der Stiftung Ohlendorff’sche Villa.
- Der Verein lieferte mit seiner Jugendtheatergruppe und der kreativen Inszenierung durch Peter McMahon die Idee und den Inhalt.
- Im Museumsdorf sorgten Tiere, historische Kutschen und die ländliche Szenerie für authentische Atmosphäre.
- Die Live-Musik von De Dörpkapell verlieh vielen Szenen eine besondere emotionale Tiefe.
- Die Ohlendorff’sche Villa bot mit ihren historischen Räumen einen idealen Rahmen für die gesellschaftlichen Szenen des Stücks.
Diese Kooperation zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Kultur sein kann, wenn lokale Institutionen gemeinsam wirken.
Großer ehrenamtlicher Einsatz liefert tolle Kostüme
Nicht weniger beeindruckend war das Engagement der Eltern. Viele halfen bei Organisation, Logistik und Betreuung – und einige gingen weit darüber hinaus.
Besonders hervorzuheben ist Meike Mursch, die mit enormem Zeitaufwand und viel Liebe zum Detail die wunderschönen Kostüme fertigte. Sie verliehen der Inszenierung nicht nur historische Glaubwürdigkeit, sondern auch eine visuelle Eleganz, die das Publikum immer wieder staunen ließ.
Solch ehrenamtlicher Einsatz ist das Fundament, auf dem Projekte dieser Art stehen.
Frühlingshafte Stimmung als stiller Verbündeter
Das milde, trockene Wetter trug spürbar zum Gelingen bei. Die frühlingshafte Atmosphäre machte den Weg zwischen den Spielorten angenehm und verstärkte die romantische Grundstimmung der Geschichte – ein wirkungsvoller Beitrag zum Gesamterlebnis.
Dank an die Unterstützerinnen und Unterstützer
Ein weiterer Dank gilt dem Rotary Club Volksdorf, Hamburg Airport, Frischemarkt Simon, der Alten Apotheke sowie der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Karl-Heinz Belser. Ihre Unterstützung ermöglichte die Umsetzung dieses besonderen Projekts und stärkt das Kinder- und Jugendtheater im Stadtteil nachhaltig.
Ausblick
Nach diesem Erfolg richtet sich der Blick nach vorn. Die Jugendtheatergruppe des Walddörfer SV hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in kreativen Formaten und engagierter Nachwuchsarbeit steckt.
Das Publikum darf gespannt sein, welche Projekte als Nächstes folgen – und sollte sich frühzeitig um Karten bemühen. Denn eines hat dieser Theaterfrühling klar gemacht: Volksdorf hat Lust auf Theater – und auf mutige, lebendige Inszenierungen.