Frank Pototzki beim IRONMAN Triathlon in Tallinn
Frank Pototzki beim IRONMAN Triathlon in Tallinn
9. September 2020

IRONMAN Triathlon in Tallinn

Während einer Pandemie ist es fast schwer zu einem Triathlon zu gelangen, als ihn zu beenden... Bericht von Frank Pototzki vom IRONMAN Triathhlon, Tallinn am 05.09.2020

Eigentlich hat mich nur eine Zufall nach Tallinn geführt. Ich hatte mich bereits im Sommer 2019 für den IRONMAN in Frankfurt angemeldet. Dieser sollte Ende Juni stattfinden wurde dann aber, wie viele andere Wettkämpfe, auf eine unbestimmtes Datum im September 2020 verschoben. Im August hat IRONMAN der Rennen endgültig abgesagt und auf 2021 verschoben. Ich habe die Option erhalten, 2021 zu starten oder u.a. auf den noch geplanten IRONMAN in Hamburg umzubuchen. Letztendlich wurde auch dieser dann auf 2021 verschoben und ich habe mich entschlossen in Tallinn an den Start zu gehen.

Die Veranstaltung ist für einen IRONMAN vergleichsweise klein und das Corona-Hygienekonzept war sehr überzeugend. Ich buchte meine Flug und verfolgte die weitere Entwicklung in Tallinn. Aus Estland kamen weiterhin sehr positive Meldungen zur Durchführbarkeit der Veranstaltung. Leider verlief die Entwicklung in Deutschland nicht gleichermaßen positiv. Die Zahl der Neuinfektionen stieg bei uns von Woche zu Woche an. Estland setzt für die Einreise von ein Obergrenze von 16 Fällen pro 100.000 Einwohnern fest. Wird diese überschritten, stehen 14 Tage häusliche Quarantäne nach der Einreise in Estland an. Bereits zwei Wochen vor der Einreise wurde diese Grenze in Deutschland überschritten, eine Woche vor der Einreise sehr deutlich. Das galt übrigens gleichermaßen für die meisten europäischen Länder.

Ich war enttäuscht. Jetzt findet tatsächlich ein Triathlon statt und ich kann nicht hin. Doch auch hier fanden die Organisation in Tallinn eine Lösung. Mit den Behörden in Estland wurde vereinbart, dass jeder Athlet einen negativen PCR-Test vorweisen muss, der nicht älter als 72 Stunden ist. Also noch am Montagmorgen zum Testcenter am Hamburger Flughafen, um bereits wenige Stunden später das negative Ergebnis zu haben, um am Mittwochabend in Estland einreisen zu dürfen. Die zweite Bedingung war ein weiterer PCR-Test direkt am Flughafen in Tallinn. Auch der war negativ und damit durfte ich mich letztendlich vor Ort für den Wettkampf registrieren.

Bei der Registrierung, dem Transport zum Startbereich und während des Wettkampfs wurde ein sehr gutes Hygienekonzept umgesetzt: Abstand halten, Maske tragen, Temperatur messen und ein striktes Zeitmanagement mit zugewiesenen Zeiten, um größere Menschengruppen zu vermeiden. Klingt alles nicht wie ein normaler Triathlon und das war es auch nicht, aber es war ein Beweis, dass Veranstaltungen in dieser Form umgesetzt werden können und vermutlich auch im nächsten Jahr noch so umgesetzt werden müssen.

Und der Triathlon selbst? Ich habe mich enorm gefreut, als einer von 1.000 gemeldeten Athleten wieder ein Rennen bestreiten zu können. Das Wasser war mit 16 Grad sehr kalt und vor allem im letzten Drittel der Schwimmstrecke sehr unruhig. Die Radstrecke war flach, aber böig. Das ist beim Triathlon ein Naturgesetz; entweder Berge oder flach, aber dafür windig :-) Denn Marathon bin ich größtenteils im Regen laufen, aber das war alles in Ordnung. Hier sein zu dürfen, war viel wichtiger. Ich bin mir übrigens sicher, ich werde noch einmal in Tallinn starten. Die Stadt und die entspannten und freundlichen Menschen haben mich begeistert.